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Vergeblich haben wir versucht, Zugtickets nach Guilin zu bekommen - alle Zuege waren ausgebucht, schlussendlich haben wir uns fuer einen Flug entschieden.
In Guilin scheint es noch heisser und noch feuchter zu sein als im Norden...
Die Landschaft hat sich auch gewandelt, Karstberge tauchen ueberall auf. Guilin selber ist inmitten von kleinen, skurrilen Huegeln. Die Stadt ist absolut touristisch, am Abend hat man das Gefuehl, dass man in einer Mittelmeer-Feriendestination ist, denn die Strassen sind am Abend voller Touristen (mehrheitlich chinesische) die in den unzaehligen Laeden ihr Marathon-Shopping betreiben.
Wir machen einen Tagesausflug zu den Reisterrassen von Long Sheng, wandern dort den Berg hinauf und geniessen stundenlang das Panorama auf die gruenen Reisfelder. Zwischendurch werden wir von den Dorffrauen gefragt, ob wir ihre (oft bis zu 1.8m) langen Haare sehen wollen, wofuer wir natuerlich zahlen muessten.
Anstatt mit dem Bus nach Yang Shuo weiterzureisen, buchen wir eine Schiffsfahrt dorthin. Wir werden also zusammen mit vielen anderen Touristen und einigen Backpackern auf ca. 30 Schiffe gepfercht und tuckern den schmalen, seichten Fluss hinab - ein Schiff hinter dem anderen - wie eine Perlenkette.
Die Aussicht hingegen ist traumhaft! Der Fluss schlaengelt sich gemaechlich zwischen immer markanter und hoeher werdenden Karstbergen hindurch. Die Dorfleute am Fluss winken uns zu, Kinder spielen im Wasser und die Wasserbueffel die im Fluss liegen werden von den Bugwellen in ihrem Mittagsschlaf gestoert.
Yang Shuo ist bekannt als Backpacker-Destination. Allerdings ist es nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir fragen uns, ob vor Jahren auch so viele chinesische Touristen das Dorf belagert hatten... Trotzdem ist es gemuetlicher als in Guilin, die Strassen sind kleiner und enger und es hat etliche Bars, Restaurants usw.
Zusammen mit Aurelie und Stefan mieten wir uns Mountain Bikes und fahren zum Moon Hill, ein Berg mit einem runden Loch in der Mitte. Wir klettern bis nach oben und tropfen vor Schweiss, aber ausser uns ist niemand oben und wir koennen die Aussicht und die Ruhe geniessen. Am Abend duerfen wir einem Kormoran-Fischer bei seiner Arbeit zusehen. Sobald es dunkel wird, packt er einige Kormorane auf sein Floss, faehrt auf den Fluss hinaus und wirft die Voegel zum fischen ins Wasser! Dank des Scheinwerferlichtes auf dem Floss werden die Fische angezogen und enden unweigerlich im Schlund eines Kormorans der aber wegen eines Strickes um seinen Hals daran gehindert wird, den Fisch zu schlucken. Der Fischer packt dann die Voegel die einen dicken Hals haben und drueckt den Fisch aus den Vogelhals in einen Korb auf dem Floss. Die cleveren Kormorane fangen uebrigens nur so kleine Fische wie sie schlucken koennen ;-) (Infos zum Kormoran auf Wikipedia)
Am naechsten Tag fahren wir ins Land hinaus. Wir folgen einem kleinen Fluss und kaempfen uns auf den steinigen Wegen und zwischen den Reisfeldern bis zur Dragon Bridge. Dort machen wir es uns in zwei Liegestuehlen auf einem kleinen Bambus-Floss bequem, die Bikes aufs Floss gebunden und lassen uns wieder flussabwaerts treiben. Lustig sind die kleinen Staustufen, ueber die uns der Floesser gleiten laesst! (@Stefan und Aurelie: Vielen Dank fuer den Tipp!)
Heute Abend gehts nun weiter mit dem Nachtbus nach Hong Kong - da sind wir gespannt...
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